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Hintergrund.

Der Einfluss realitätsbezogener oder anwendungsorientierter Aufgaben auf den Mathematikunterricht, ist und war immer wieder Gegenstand fachdidaktischer Diskurse. Auf die Notwendigkeit des Einbezugs realitäts- und anwendungsorientierter Aufgaben wurde immer wieder hingewiesen. Stellvertretend dafür möchte ich Freudenthal und Klein mit ihren Plädoyers nennen.

In einem Gedankenexperiment stellt sich Freudenthal Schüler(innen) vor, die ein „Stück Mathematik“ erfinden. Ihr Verhalten zu beobachten, zu analysieren und daraus Schlüsse zu ziehen, wäre für ihn eine reizvolle und verantwortungsvolle Aufgabe der Fachdidaktik. Dabei die Mathematik mit der „erlebten Wirklichkeit des Lernenden“ zu verknüpfen „… ist das Skelett, an das die Mathematik sich festsetzt…“ (Freudenthal, 1973).

Klein stellt auf ähnliche Weise die fachlichen Inhalte in den Mittelpunkt einer lebendigen Mathematik. Für einen lebendigen und anschaulichen Unterricht muss immer wieder auf die Vorstellungen und Erfahrungen der Schüler(innen) zurückgegriffen werden. So heißt es beispielsweise bei Klein (1924, S. 227): „Man wird auf der Schule stets zuerst an die lebhafte konkrete Anschauung anknüpfen müssen und erst allmählich logische Elemente in den Vordergrund bringen können.“

Außermathematische Fragestellungen, insbesondere realitätsbezogene Sachverhalte, können durch Modellierungstätigkeiten in den Unterricht Einzug halten. Dadurch kann auch die Einbettung innermathematischer Kontexte gelingen. Schüler(innen) erlernen dabei aber nicht nur mathematische Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern v.a. auch interpretierende und wertende Fähigkeiten im Zusammenspiel mit Mathematik. Die (mathematische) Auseinandersetzung mit Problemen ihrer Lebenswelt wird in den Unterricht integriert. Dadurch wird nicht nur dem Lehrplan genüge getan, sondern auch wesentliche Bildungsziele, wie z.B. kritisches Denken, gefördert – es werden mathematische Handlungen und / oder Begriffe miteinander vernetzt, mathematisches Wissen in der Lebenswelt genutzt, über Zusammenhänge und Begriffsbildungen reflektiert, sowie praxisorientiert mit Mathematik im alltäglichen Leben gearbeitet.

Literatur.

Freudenthal, H. (1973): Mathematik als pädagogische Aufgabe. Band 1, Stuttgart: Klett.

Klein, F. (1924): Elementarmathematik vom höheren Standpunkt aus: I: Arithmetik, Algebra, Analysis (Grundlehren der mathematischen Wissenschaft). 4. Auflage, Berlin: Springer.



Impressum.

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